19.10.2026
Bearbeitungsstand der Brücken im Überblick
Sechs Brücken, viele Aufgaben und immer wieder neue Herausforderungen: An den Bremer Weserquerungen wird permanent gebaut, geprüft und geplant. Hier finden Sie den aktuellen Arbeitsstand im Überblick.
Bürgermeister-Smidt-Brücke
Hintergrund: Um die Stabilität der Brücke zu erhöhen, wurden 2024 / 2025 die Anker am Brückenende Richtung Am Brill durch Stahl-Laschen verstärkt. Damit konnte nicht nur die Tragfähigkeit des Überführungsbauwerkes erhöht, sondern auch die Restnutzungsdauer der Brückenkonstruktion bis 2028 verlängert werden. Um die verbliebenen Maßnahmen zur Ertüchtigung effizient umsetzen zu können, wurde 2026 ein weiterer Belastungstest durchgeführt.
Planung: Zwischen 2027 und 2028 sollen weitere Verstärkungsarbeiten durchgeführt werden.
Status: Bei einer Fahrbahnverengung auf einen Fahrstreifen pro Richtung gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h bei einem zulässigen Gesamtgewicht von maximal 30 t.
Wilhelm-Kaisen-Brücke
Hintergrund: Die Ertüchtigung der ursprünglich nur für den Auto- und Radverkehr geplanten Brücke wurde in diesem Jahr abgeschlossen. Zur Verstärkung des Überführungsbauwerkes wurden Spannglieder in den Hohlkästen installiert. Durch das damit mögliche Vorspannen des Überbaus konnte die Tragfähigkeit erhöht werden. Die Abnahme dieser Arbeiten erfolgte bereits im März 2026.
Planung: Die Arbeiten zur Instandsetzung werden auch im kommenden Jahr fortgeführt und voraussichtlich bis 2029 andauern. Zudem sind weitere Untersuchungen vorgesehen. Die sich daraus ergebenden Baumaßnahmen sowie notwendige Gleisarbeiten werden voraussichtlich im Sommer 2027 umgesetzt.
Der Baubeginn für einen Neubau ist aktuell für 2045/2047 in Aussicht gestellt.
Status: Es gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h bei einem zulässigen Gesamtgewicht von maximal 40 t.
Karl-Carstens-Brücke
Hintergrund: 2007 / 2008 wurde die »Erdbeerbrücke« schon einmal saniert. Doch der stetig wachsende Verkehr hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten weiterhin für eine starke Belastung des Bauwerkes gesorgt. Welche Schäden im Detail dadurch bisher entstanden sind, wird in einer noch laufenden Überprüfung untersucht.
Planung: Aktuell finden Nachrechnungen zur Brückenklasse 30 statt; ein Nachweis der Brückenklasse 60 konnte nicht erbracht werden. Dem Ergebnis entsprechend, werden notwendige Baumaßnahmen umgesetzt.
2028 ist eine Überprüfung der Brückenkonstruktion vorgesehen, die Arbeiten zur Instandsetzung sollen 2029/2030 durchgeführt werden.
Der Baubeginn für einen Neubau ist aktuell für 2043 in Aussicht gestellt.
Status: Die Brücke ist in beiden Richtungen auf jeweils zwei Fahrstreifen befahrbar.
Stephanibrücke
Hintergrund: Die massiv gestiegene Verkehrslast kann das 1967 errichtete Bauwerk mittelfristig nicht mehr aufnehmen. Bisher gilt eine Restnutzungsdauer bis 2034. Mit den geplanten Instandsetzungsmaßnahmen soll diese Nutzungsdauer um möglichst 12 Jahre verlängert werden. Die Planungen für einen Neubau starteten bereits 2024.
Planung: Aktuell werden notwendige Maßnahmen zur Instandsetzung erarbeitet. Um eine zeitlich parallele Verkehrseinschränkung zu vermeiden, wird erst nach Abschluss der Arbeiten an der Weserbrücke Autobahn A1 mit der Umsetzung begonnen.
Der Baubeginn für einen Neubau ist aktuell für 2032 in Aussicht gestellt. Eine Machbarkeitsstudie prüfte die Notwendigkeit eines Ersatzneubaus. Aus planerischer Sicht wäre demnach eine Schrägseilbrücke im Konstruktionsvergleich kostengünstig und für Hochwasser- und Deichschutz von Vorteil.
Status: Die Arbeiten zur Instandsetzung beginnen voraussichtlich 2028.
Weserbrücke Autobahn A1
Hintergrund: Aufgrund erheblicher Tragfähigkeits- und Stabilitätsdefizite sowie Korrosions- und Ermüdungsschäden wurde bereits 2024 mit Arbeiten zur Instandsetzung der Autobahnbrücke begonnen. Durch die stetig erfolgenden Instandsetzungsarbeiten soll eine Sperrung insbesondere für den Schwerlastverkehr vermieden werden – der macht etwa 24 % der täglich die Brücke nutzenden Fahrzeuge aus.
Planung: Die Maßnahmen der aktuell laufenden Bauphase zur Instandsetzung der Brücke sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Anschließend beginnen die Arbeiten der letzten Phase. Die Fertigstellung wird voraussichtlich Ende 2027 erfolgen, sodass im Frühjahr 2028 mit den Rückbaumaßnahmen begonnen werden kann. Verkehrliche Einschränkungen sind mit Beginn 2028 nicht mehr zu erwarten.
Der Baubeginn für einen Neubau ist aktuell für 2031 in Aussicht gestellt.
Status: Die Brücke ist in beiden Richtungen auf je zwei Fahrstreifen befahrbar.
Stedinger Brücke
Hintergrund: Auch hier hat das erhöhte Verkehrsaufkommen der letzten Jahrzehnte zum Anstieg der Traglast geführt. Um die Verbindung zwischen dem Stadtgebiet Bremen und dem niedersächsischen Umland über die Stromer Landstraße zukünftig gewährleisten zu können, soll ein Ersatzneubau entstehen.
Planung: Aktuell werden zwei mögliche Varianten geprüft: Denkbar ist eine Brücke mit Zwei-Richtungsverkehr sowie eine einspurige Lösung mit Lichtsignalanlage. In beiden Planungsvarianten sind Geh- und Radwege vorgesehen. Erzielt werden muss eine länderübergreifende Entscheidung, da sowohl das Land Bremen als auch Niedersachen jeweils hälftig (bis zur Flussmitte) beteiligt sind.
Für die Übergangszeit wird eine Behelfsbrücke eingerichtet. Der Baubeginn für die Ersatzbrücke ist aktuell für 2031 in Aussicht gestellt.
Status: Es gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h bei einem zulässigen Gesamtgewicht von maximal 30 t.